"Ich gebe die Hoffnung nicht auf"
März 2026
Ich bin 66 Jahre alt und vor 6 Jahren ist mir aufgefallen, dass ich sehr häufig zur Toilette musste. Meine Urologin nahm mich nicht ernst und meinte, ich soll meine Blase nicht so verwöhnen und halt nicht so oft gehen.
Langsam kamen Schmerzen dazu: ein ständiges Wundgefühl im Unterleib, ein Stechen und Ziehen wie mit Stacheldraht bei jedem Schritt. Das wurde mit der Zeit schlimmer.
Der 2. Urologe hat bei der Blasenspiegelung eine Rötung entdeckt und gleich auf IC getippt.
Im gleichen Atemzug sagte er aber, dass man da nichts machen könne. Um Blasenkrebs auszuschließen hat er mich zur Biopsie angemeldet.
Danach war ich plötzlich schmerzfrei! Ich fühlte mich wie neu geboren und habe den Erfolg auf die Pohltherapie geschoben, die ich zu dieser Zeit ebenfalls genossen hatte.
Dass bei der Biopsie gleichzeitig die Geschwüre (= Hunner-Läsionen) in der Blasenschleimhaut verödet wurden, habe ich mir im Nachhinein zusammengereimt. Weder der Urologe hat mir irgendwas erklärt, noch steht davon etwas im OP-Bericht.
Jedenfalls fingen die Beschwerden im Spätsommer 2023 wieder an und wurden intensiver. Mein max. Blasenvolumen lag bei 70-80 ml und ich musste in 24 Std. 30-35 mal zur Toilette, davon 6-8 mal nachts.
Bei keinem einzigen der vielen Urintests wurden je Keime gefunden!
Der Urologe hatte keinerlei Idee was er mit mir machen sollte. Er schaute mich gar nicht mehr an, sondern nur in seinen PC und hat mich an die nächstliegende Fachklinik verwiesen.
Im Februar 2024 schickte ich meine Befunde zur Klinik, woraufhin ich einen Termin für eine erste Untersuchung Ende August(!) angeboten bekam. Ich war völlig verzweifelt wegen der Schmerzen und konnte mir nicht vorstellen so lange auf eine Untersuchung zu warten. Da ich sehr nahe an der Klinik wohne, fragte ich ob sie mich nicht spontan dazwischen nehmen könnten, falls jemand kurzfristig ausfiele.
Tatsächlich war die Untersuchung dann Ende Februar mit der Diagnose „Interstitielle Zystitis mit Hunner-Läsionen, chronisches Harndrang- und Blasenschmerzsyndrom“.
Der 1. Behandlungstermin mit EMDA sollte am 4. Oktober(!) sein.
Diese lange Wartezeit war schwer zu ertragen. Aber ich beschloss in dieser Zeit alle möglichen Therapien auszuprobieren in der Hoffnung, dass ich dann schon geheilt wäre und die Behandlung in der Klinik gar nicht mehr nötig wäre.
Ich nahm Schmerzmittel, bekam Physiotherapie, Osteopathie, Craniosacraltherapie, ging zur Gynäkologin, zum Internisten, 3 x zum MRT, ließ eine Darmspiegelung machen, nahm Nahrungergänzungsmittel in allen Schattierungen, bekam Neuraltherapie und Infusionen mit DMSO und Vitamin C, begann eine Psychotherapie, bemühte einen Heilpraktiker und natürlich die Hausärztin.
Mein Alltag bestand hauptsächlich aus Terminen für meine Gesundheit – aber es wurde nicht wirklich besser.
Inzwischen hatte ich die Selbsthilfegruppe auf WhatsAppp gefunden. Gut zu wissen, dass es Leidensgenossinnen gibt!
Im Sommer war ich so verzweifelt, dass ich mich zu einer Laserung entschloss. Diese fand Ende September 2024 statt. Danach war ich wieder absolut schmerzfrei.
Was für ein Lebensgefühl!!!
Leider fingen die Schmerzen schon im März 2025 wieder langsam an. Aber ich wollte keine Schmerzmittel mehr nehmen – schon gar nicht langfristig! Ich will keine Symptombekämpfung, sondern die Behebung der Krankheitsursache.
Nachdem ich von meinen bisherigen Urologen nichts mehr erwarten konnte, fand ich einen Arzt, der ganz auf Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) umgestellt hatte. Ich bekam 1-2 mal/ Woche Akupunktur. Das hat mir sehr geholfen: Mein Energielevel stieg, die Schmerzen waren weniger und seltener, ich konnte wieder mehr am öffentlichen Leben teilnehmen. Leider ebbte die Wirkung langsam wieder ab.
Mitte August 2025 ging ich dann für 4 Wochen stationär in eine TCM Klinik. Das tat mir sehr gut.
Wie ist die Situation jetzt?
Seit dem Klinikaufenthalt habe ich konstant etwas mehr Energie. Ich kann wieder etwas in Haus- oder Gartenarbeit machen, habe aber immer wieder starke Schmerzen, z.B. wenn ich länger als 15 Minuten zu Fuß gehe oder zu wenig trinke oder zu wenige Pausen mache. Wenn ich sitzen oder mich hinlegen kann, geht es mir besser.
Meine Toilettenhäufigkeit ist immer noch bei 30+ incl. 5-8 mal nachts.
Ich trinke immer noch chinesische Kräutermischungen und praktiziere täglich Qigong. Für die Schmerzen habe ich auch eine chinesische Kräutermischung.
Ich habe keine Nahrungsunverträglichkeiten, bin aber weitgehend bei der TCM-Ernährung geblieben: viel warmes Essen, ausschließlich warme Getränke, Abendessen nicht zu spät und wenig, kein Koffein, kein Alkohol, wenig bis keine Milchprodukte, wenig Fleisch, Rohkost nur bis mittags.
Nach 6 Jahren IC habe ich die Hoffnung auf Heilung noch nicht ganz aufgegeben, auch wenn es manchmal schwer ist - was habe ich für eine Wahl?!
Ich mache weiter mit TCM und habe Ende April 2026 wieder einen Termin zur Laserung.
„Die Akupunkturbehandlung war für mich ein Wendepunkt. Ich hatte schon so vieles ausprobiert, aber erst hier fand ich Linderung. Es ist ein langer Weg, aber ich habe neue Hoffnung geschöpft.“
„Durch die Selbsthilfegruppe habe ich gelernt, wie wichtig der Austausch mit Gleichgesinnten ist. Wir teilen unsere Erfahrungen und unterstützen uns gegenseitig. Das gibt mir unglaublich viel Kraft.“
„Die Umstellung meiner Ernährung war anfangs schwer, aber es hat sich gelohnt. Ich spüre eine deutliche Verbesserung meiner Symptome. Es braucht Disziplin, aber die Lebensqualität steigt enorm.“
Deine Geschichte kann anderen Mut machen
Möchtest du eigene Erfahrungen teilen? Nimm gerne Kontakt mit uns auf und hilf anderen Betroffenen, ihren Weg zu finden. Gemeinsam sind wir stärker.
Erstelle deine eigene Website mit Webador