Behandlungsmöglichkeiten bei IC/BPS
Die Behandlung der Interstitiellen Zystitis bzw. des Blasenschmerzsyndroms (IC/BPS) gestaltet sich häufig sehr individuell. Die Erkrankung verläuft von Person zu Person unterschiedlich – eine einheitliche Standardtherapie gibt es nicht. In der Regel ist daher eine Kombination verschiedener Maßnahmen erforderlich, um die Beschwerden zu lindern.
Es gibt die sogenannte S2k-Leitlinie, die den aktuellen Wissensstand zur Erkrankung in Deutschland widerspiegelt. Sie dient als Handlungsempfehlung für Ärzte und unterstützt bei der Diagnose, Versorgung und Behandlung der IC.
Durch eine Behandlung, die auf die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen angepasst ist, lassen sich Schmerzen häufig verringern und der Harndrang reduzieren. Betroffene können ihren Alltag wieder besser bewältigen.
Hinweis in eigener Sache
Aus haftungsrechtlichen Gründen können wir auf unserer Website keine konkreten Medikamentennamen, Klinikempfehlungen oder einzelnen Therapieanbieter nennen.
Unsere Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung oder Behandlung.
Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir auf unserer Homepage bewusst nur allgemein formulierte Inhalte verwenden. Gerne ermutigen wir dazu, individuelle Therapieentscheidungen stets gemeinsam mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zu treffen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Außerdem bieten wir Mitgliedern unseres Vereines tiefergehende Informationen durch Newsletter und direkten Austausch an.
Individuelle Therapie
Viele Betroffene haben uns berichtet, dass es einige Zeit gedauert habe, bis sie die für sie passende Kombination von Behandlungsmöglichkeiten gefunden hätten. Um Symptome zu lindern, könne eine Mischung verschiedener Ansätze besonders wirksam sein.
Hier stellen wir dir einige Behandlungsmöglichkeiten vor. Ihre Wirkung kann individuell unterschiedlich sein, daher gilt für alle: Hab Geduld! Stimme dich sorgfältig mit dem behandelnden Facharzt ab, falls du eine Behandlung durchführen möchtest.
Medikamentöse Behandlung
Bei IC/BPS können verschiedene medikamentöse Behandlungen hilfreich sein:
- Schmerzmittel, die akute Beschwerden lindern können
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entzündungshemmende Medikamente
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Medikamente, die die Blasenwand beruhigen können
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Medikamente, die die Schleimhautschicht der Blase unterstützen können
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Mittel, die die Blasenmuskulatur entspannen können
Zum 01.01.2021 wurde elmiron® vom deutschen Markt zurückgezogen.
Das Medikament bleibt in der EU zugelassen.
Bitte sprich hierzu deine/en behandelnde/n Arzt/Ärztin an.
Zum Nachlesen die wichtigsten Informationen zum Erhalt / Therapie in Deutschland:
- Informationen_Bezug_von_elmiron_ICA_Website
- Formular_Patienten_06052021_FINAL
- Formular Arzt_elmiron_06052021_FINAL
- https://www.bene-arzneimittel.de/gesundheit/service/patientenberatung
- Bei weiteren Fragen und Informationen steht dir ein Infoservice zur Verfügung:
Telefon: 089 74 987 190
E-Mail: elmiron[at]bene-gmbh.de
EMDA-Therapie
Die elektromotive Medikamentenapplikation, kurz EMDA-Therapie, ist eine spezielle Form der Blaseninstillation. Ein Katheter hilft dabei, das Medikament in die Blase zu bringen. Mithilfe eines schwachen elektrischen Stroms wird das Medikament dann gezielt in die Blasenwand eingebracht. Durch den sanften elektrischen Impuls können die Wirkstoffe tiefer eindringen und dort ihre volle Wirkung entfalten.
Ziel der Therapie ist es,
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Schmerzen zu lindern,
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Entzündungsreaktionen zu verringern,
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die Blasenwand zu beruhigen
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und den Harndrang zu reduzieren.
Die Behandlung erfolgt meist in mehreren Sitzungen und wird ambulant oder stationär durchgeführt. Manche Patientinnen und Patienten berichten über eine Verbesserung der Beschwerden nach mehreren Anwendungen.
Nur wenige Fachkliniken bieten diese Therapieform an.
Botox-Behandlung der Harnblase
Eine weitere Therapieoption kann die Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox) sein. Dabei wird das Medikament während einer Blasenspiegelung in die Blasenmuskulatur injiziert.
Ziel der Behandlung ist:
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die überaktive Blasenmuskulatur zu beruhigen,
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den Harndrang zu reduzieren,
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Schmerzen zu lindern,
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die Blasenkapazität zu verbessern.
Die Wirkung setzt meist nach einigen Tagen bis Wochen ein und hält häufig mehrere Monate an. Danach kann die Behandlung bei Bedarf wiederholt werden.
In manchen Fällen kann nach der Behandlung das vollständige Entleeren der Blase erschwert sein. Dann kann es vorübergehend notwendig sein, dass sich Betroffene selbst katheterisieren müssen.
Fulguration
Bei einigen Patientinnen und Patienten mit IC/BPS finden sich bei einer Blasenspiegelung sogenannte Hunner-Läsionen. Das sind entzündete Bereiche der Blasenschleimhaut. In solchen Fällen kann ein Arzt eine sogenannte Fulguration durchführen.
Dabei werden diese entzündeten Areale während einer Blasenspiegelung gezielt behandelt, meist durch:
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Verödung mittels elektrischem Strom oder Laser
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Behandlung oder Entfernung der entzündeten Schleimhautbereiche
Der Eingriff erfolgt in der Regel in Narkose oder Kurznarkose. Ziel ist es, entzündete Stellen zu beruhigen und Schmerzen sowie Harndrang zu verringern.
Viele Betroffene berichten nach der Behandlung über eine deutliche Verbesserung der Beschwerden, allerdings kann der Effekt zeitlich begrenzt sein. Das kann eine erneute Behandlung erforderlich machen.
Schmerztherapie
Bei länger bestehenden Schmerzen kann eine spezialisierte Schmerztherapie hilfreich sein. Hier werden verschiedene Methoden kombiniert, um chronische Schmerzen besser zu kontrollieren. Das kann den Alltag erleichtern.
In schweren Fällen...
... oder wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken, können weitere medizinische Maßnahmen erwogen werden. Dazu gehört unter anderem eine Blasenentfernung.
Was du selbst sofort umsetzen kannst:
Therapien bei Fachärzten und in Kliniken sind leider sehr oft mit langen Wartezeiten verbunden. Du benötigst aber sofort Unterstützung? Dann findest du hier einige Ideen, die du umgehend umsetzen kannst.
Beckenboden-Physiotherapie
Viele Betroffene entwickeln aufgrund der Schmerzen eine dauerhafte Anspannung der Beckenbodenmuskulatur. Spezialisierte Physiotherapie kann helfen,
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verspannte Muskeln zu lockern,
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Schmerzen zu reduzieren,
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den Harndrang besser zu kontrollieren
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und den Alltag wieder angenehmer zu gestalten.
Ernährung anpassen
Einige Nahrungsmittel und Getränke können die Blase reizen und Beschwerden verstärken.
Einige Betroffene profitieren davon, wenn sie Folgendes reduzieren:
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Kaffee und koffeinhaltige Getränke
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Alkohol
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stark gewürzte Speisen
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säurehaltige Lebensmittel
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kohlensäurehaltige Getränke
- histaminhaltige Kost
Nicht für jeden gilt das Gleiche.
Wichtig: Finde für dich individuell heraus, welche Lebensmittel du gut verträgst und welche Beschwerden auslösen.
Stress reduzieren und psychologische Unterstützung
Chronische Schmerzen und ständiger Harndrang können seelisch sehr belastend sein. Um neue Kraft zu schöpfen und einen Umgang mit Stress zu finden, können Entspannungsverfahren helfen. Außerdem kann auch psychologische Unterstützung hilfreich sein.
Blaseninstillationen
Bei dieser Behandlung werden Medikamente oder schützende Substanzen direkt in die Blase eingebracht. Ziel ist es, die Blasenschleimhaut zu beruhigen und zu schützen. Die Behandlung erfolgt meist in mehreren Sitzungen und kann bei vielen Betroffenen eine deutliche Erleichterung bringen.
Du kannst diese Art der Behandlung beim Arzt erhalten – oder sie auch selbst zuhause durchführen. Das legen eines Katheters ist nicht so schwer zu erlernen, es ist nur eine Überwindung.
„Als ich endlich einen Experten für IC gefunden hatte, ging es mir Stück für Stück besser.“
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